Ankommen
Das Steirische Kammermusikfestival ist 2013, im 17. Jahr seines Bestehens, angekommen.
Am Ziel? An einem Ziel?
Oder nur an einem Wegpunkt?
Gewollt oder nur zufällig?
Es ist einfach angekommen. Hier und jetzt. Und einmal mehr. Es ist seinen Weg gegangen, wohl eine Richtung vor Augen, aber gelenkt und abgelenkt von Künstlern, Publikum und den Zeichen der Zeit.
Wir haben „Ankommen“ zum Motto unseres diesjährigen Festivals erkoren, doch verstehen wir darunter keineswegs das Erreichen eines Endpunkts, und sei er auch noch so erstrebenswert. Die Dinge sind stets im Fluss, wir werden weiterhin immer wieder ankommen, nachdem wir Wege, aber auch Irrwege gegangen sind.
Ankommen ist das Ergebnis von Vorankommen. Die in Kerzenschein getauchten Kammermusikabende mit stilistisch epochentreuem Programm der ersten Jahre unserer Konzertreihe waren eine Ankunft in puristischer Perfektion. Das zunehmende Crossover der letzten Jahre ist ein Ankommen in einer Welt zu unterschiedlichen Zeiten. Im Dialog mit dem Publikum kommen wir in toleranter Gesinnung an, die in der Programmgestaltung gestern diesen Ausdruck fand und morgen jenen finden wird.
Wir haben vieles probiert, Ideen mit Mut zum Risiko umgesetzt und ungewöhnliche Veranstaltungsorte bespielt. Der Reiz, Neues zu versuchen, ist nach wie vor ebenso ungebrochen wie die Kompromisslosigkeit in einem Punkt, an dem wir schon bei der Gründung des Steirischen Kammermusikfestivals angekommen waren und an dem wir immer festhalten werden: Unser musikalischer Anspruch bleibt unverrückbar. Bei der musikalischen Qualität darf es keine Abstriche geben.
Ich danke Ihnen, verehrtes Publikum, dass sie uns schon über viele Jahre hinweg die Treue halten und die Entwicklung unseres Festivals wesentlich mitbestimmen.
Erich Oskar Huetter
Künstlerischer Leiter
